Bambussprossen buddeln

Am Sonntag (22.04.) war ich mit dem ICC (Inernational Communication Center) der Waseda Universität in Tokorozawa, auf dem Tokorozawa Campus etwas außerhalb von Tokyo. Dort wollten wir Bambussprossen (jap.: 竹の子) 🎍 ausbuddeln und zu mittag essen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Bambussprosse die richtige Übersetzung ist, aber etwas besseres fällt mir nicht ein. 😄

Von der Bahnstation fährt ein Waseda-Bus 🚌 Shuttle bis zum Campus und der ist auch für Studenten gratis (und vermutlich für alle anderen auch, denn niemand überprüft die Ausweise 😳😁).

Waseda-Bus: alle Polster waren mit dem Maskottchen verziert 🚌

Auf dem Tokorozawa Campus gibt es einen kleine Bambuswald 🎍, wo wir die Sprossen ausgraben konnten. Als man ankam war schon alles vorbereitet: Handschuhe (safety first ⛑️), Hacken und eine blaue Plane, damit man sein Rucksack nicht einfach so auf die Erde legen muss. Den Tag hatte ich richtig viel Glück mit dem Wetter ☀☀, den es war Regen 🌧️ angesagt, aber erst auf meinem Heimweg hat es angefangen zu regnen! ☔

Bambuswald und die blaue Plane, man beachte die schön drapierten Handschuhe 😃

Man wurde in Gruppen eingeteilt und Mitarbeiter der Uni haben uns erklärt wie man die Bambussprossen ausgräbt und kappt. 😊 Das meiste wurde nur auf japanisch erklärt, aber in meiner Gruppe konnten auch alle japanisch (abgesehen von mir…). Meine Gruppe bestand aus zwei Japanern und einem Serben, der in Japanologie promoviert. Genauer gesagt nur über die Schriftzeichen und der meinte doch tatsächlich zu mir mein Studium sei etwas speziell…?! 🙄🙄

Wie auch immer, das Ausgraben war anstrengender als erwartet, hat aber auch viel Spaß gemacht! 😅 Die Bambussprossen sind sehr unscheinbar und wenn sie kaum aus der Erde rausschauen auch schwer zu finden.

So sieht die Bambussprosse in der Erde aus.

Hat man die Sprosse ausgebuddelt, kann man sie mit einem einzigen Schlag kappen. Bei mir hatte es mit dem ersten Schlag geklappt. Im nächsten Bild sieht man mich (sehr stolz!) mit dem Ergebnis. 😁😁

Nur echt mit Sicherheitshandschuhen😎

Das Gruppenbild durfte natürlich auch nicht fehlen und irgendwie habe ich wohl dann doch die kleinste Sprosse erwischt… 😳

Mit der erlegten Beute🍗🍖

Das Mittagessen war gratis. 👍👍 Der Reis ist mit mit Bambussprosse gekocht, sonst gab es noch Miso-Suppe, Omelette, etwas Kartoffelsalat, frittiertes Hühnchen (Karage) und Kohlsalat. Es war lecker, besonders der Reis. 😋

Mittagessen 😋😋

Nachdem Mittagessen haben wir People Bingo gespielt, damit sich alle etwas besser kennen lernen. Das war lustig und interessant, da viele verschiedene Nationen vertreten waren.

Jeder durfte seine Bambussprosse mit nachhause nehmen. Ich habe meine Bambussprosse in der Küche des Wohnheims abgegeben. Die Wohnheimseltern und die älternen Damen, die das Essen kochen, haben sich gefreut und heute morgen (24.04.) gab es Reis mit Bambussprosse zum Frühstück. Ich war erst um 08:00 Uhr beim Frühstück und der Reis war schon fast leer, aber die Wohnheimsmutter hat extra eine Schale mit Reis für mich aufgehoben. 😊

(FIY: Im Supermarkt kostet eine frische Bambusprosse ca. 6 bis 8€.)

Bis bald, Hannah 💕

Nur Bier und Würstchen?!

Im Allgemeinen haben Japaner ein gutes Bild von den Deutschen. 😊 Mit wird hier oft erzählt, dass man in Deutschland fleißig und effizient arbeitet. Darauf antworte ich immer, dass die Japaner viel härter und länger arbeiten. Das war dann also für beide Seiten ein angenehmes Gespräch. Wer tauscht nicht gerne Komplimente aus? 😄😄

Aber am häufigsten denken die Japaner aber an Bier 🍺🍺 und Würstchen 🌭, wenn sie an Deutschland denken. Dazu bekomme ich dann fast immer neugierige und ernst gemeinte Fragen:

  • Stimmt es, dass in Deutschland Bier günstiger als Wasser ist? 
  • Trinkst du jeden Tag Alkohol/ Bier? 
  • Stimmt es, dass deutsche Männer schneller eine Glatze bekommen, weil sie jeden Tag Bier trinken und Würstchen essen? (Das war wohl in einem japanischen Fernsehbeitrag..?😳😂😂)

Aber ich freue mich über die Fragen, weil sie Interesse an meiner Herkunft zeigen. 😊 Und vielleicht kann ich mit dem Vorurteil aufräumen, dass jeder in Deutschland jeden Tag Würstchen isst und jeden Tag sehr viel Bier trinkt. 😄😄

Insgesamt sind viele Japaner interessiert (und vielleicht auch etwas besorgt), ob man als Ausländer hier so zu recht kommt. Die aller häufigste Frage, die ich gestellt bekomme (nach Woher kommst du? und Wie lange bleibst du in Japan?) ist:

  • Kannst du japanisches Essen essen? Auch Sushi (das ist aber roher Fisch)?

Darauf antworte ich, dass mir das japanische Essen sehr gut schmeckt. 😊 Was ja auch stimmt und die Japaner freut, denn ich habe den Eindruck, dass viele hier sehr stolz auf die japanische Küche sind. 🍙🍣🍢🍱

Mal sehen was ich in Zukunft noch für Fragen zu Deutschland gestellt bekomme 😃

 

Willkommensparty und Feuerwehrübung

Heute war die Willkommensparty/ -mittagessen im Wohnheim.😊 Es gab viele verschiedene Softdrinks und Sushi 🍣, Pizza 🍕 und Snacks 🍙. Außerdem gab es auch Yakisoba (焼きそば, dt. Bratnudeln) und Erdbeeren 🍓. Vor dem Essen gab es noch eine Vorstellungsrunde. Jeder musste einmal aufstehen und seinen Namen sagen und woher man so kommt, natürlich auf japanisch.😳 Ich habe nur wenig verstanden, aber immerhin kann ich mich vorstellen… 😁😁

Essen! Sushi, Pizza und jede Menge Snacks 😋

Während des Essen haben wir Bingo gespielt und es gab auch Preise! Für die ersten zwölf Gewinner 🥇 gab es mehrere Dinge, aber alle haben etwas gewonnen. 😊 Ich war die achte (oder so) Gewinnerin und habe folgendes gewonnen: drei verschiedene Sorten Instantnudeln, 🍜 eine Packung Waschpulver (900g), zwölf Rollen nach Blumen duftendes Klopapier 🚽 und Müllbeutel. Hier gibt es verschiedene Müllsäcke: durchsichtige für Plastikmüll und gelbe für alles andere. Also besitze ich jetzt auch eine zusätzliche Rolle gelbe Müllsäcke, kann ja nicht schaden. 😃😃

Mein Bingo Gewinn! 🏅🏅 (Und meine Bingo-Karte)

Das Bingo-Spiel war halb auf japanisch, halb auf englisch. Nach dem Essen kam das Tokyo Fire Department 🚒 vorbei und es gab eine Erste Hilfe Übung ⛑️ an der auch ein paar Leute teilnehmen mussten. Ich war ganz glücklich, dass ich nicht an die Reihe kam, da alles auf japanisch war und auch das Wiederbelebungsgerät nur auf japanisch Anweisungen gegeben hat. 😳😅😅

Staying alive, staying alive…

Nach der Übung sind wir nach draußen auf den Parkplatz des Wohnheims gegangen, um den Umgang mit Feuerlöschern (natürlich nur auf japanisch) zu üben. Die Übungsfeuerlöscher waren mit Wasser 🌊 gefüllt und man musste auf das kleine weiße Schild zielen. Auf dem Schild waren Flammen 🔥🔥 aufgemalt. Das hat Spaß gemacht und war auch nicht weiter kompliziert. 😃 Wie es dann im Ernstfall läuft, ist natürlich etwas anderes… 😨

Wie benutz man einen Feuerlöscher? 🔥

Zum Abschluss gab es noch ein Gruppenfoto 📷 mit den Herren vom Fire Department (in den blauen Uniformen). An der Übungen haben aber nicht alle Bewohner des Wohnheims teilgenommen… auf dem Foto sind einfach zu wenige Menschen, ich glaube im Wohnheim wohnen bis zu 100 Personen.

Gruppenfoto mit dem Tokyo Fire Department

Überraschend finde ich immer noch, dass wir nichts über das Verhalten bei Erdbeben gelernt haben, wo diese doch so häufig in Japan vorkommen. 😲 Ich vermute mal, dass die Japaner einfach schon so verinnerlicht haben was zu tun ist, dass es nicht mehr erwähnt werden muss. 😉

Bis bald, Hannah 💕